Mehmet Karakolcu2026-10-26T07:59:04+01:00In Israel wächst der politische Druck auf Ministerpräsident Benjamin Netanjahu.
Am Samstagabend, dem 24. Oktober 2026, versammelten sich Zehntausende Menschen in Tel Aviv, um gegen seine Regierung zu demonstrieren.
Die Organisatoren sprechen sogar von mehr als 100.000 Teilnehmern. Eine unabhängige Bestätigung dieser Zahl durch die Polizei liegt bislang nicht vor.
Der Zeitpunkt ist besonders brisant: Bereits am Dienstag, dem 27. Oktober, wird in Israel ein neues Parlament gewählt.
Im Mittelpunkt der Proteste steht die Forderung nach einer unabhängigen staatlichen Untersuchung des Hamas-Angriffs vom 7. Oktober 2023.
Angehörige der Opfer, ehemalige Geiseln und weitere Demonstranten werfen der Regierung vor, die politischen und sicherheitspolitischen Versäumnisse vor dem Angriff nicht ausreichend aufarbeiten zu lassen.
Netanjahu lehnt die von den Demonstranten geforderte Form einer Untersuchungskommission ab. Er argumentiert, eine über das Justizsystem besetzte Kommission könnte gegenüber seiner Regierung voreingenommen sein.
Auch führende Oppositionspolitiker beteiligten sich an den Protesten. Unter ihnen war Gadi Eisenkot, einer der wichtigsten politischen Herausforderer Netanjahus.
Die bevorstehende Wahl könnte damit nicht nur über die nächste Regierung entscheiden, sondern auch darüber, wie Israel die Verantwortung für die Ereignisse vom 7. Oktober aufarbeitet.
Was meint ihr? Wird Netanjahu trotz der massiven Proteste im Amt bleiben oder steht Israel vor einem politischen Wechsel?
Quellen: The Times of Israel