Mit diesen Worten kritisiert der frühere FDP-Politiker Gerhard Papke in einem Beitrag, der in sozialen Netzwerken verbreitet wird, den Umgang Deutschlands mit Bürokratie und Steuergeldern.
Ein Brötchen beim Bäcker kaufen? Dafür muss grundsätzlich ein Kassenbon erstellt werden, sofern eine entsprechende elektronische Kasse verwendet wird.
Gleichzeitig weist die Bundesregierung rund 100 Milliarden Euro an Unterstützung für die Ukraine und Menschen aus der Ukraine aus.
Papkes Vorwurf: Bei kleinsten Einkäufen werde penibel auf Vorschriften geachtet, während bei milliardenschweren staatlichen Ausgaben die Kontrolle fehle.
Doch bei den Zahlen gibt es einen wichtigen Unterschied.
Laut einer Untersuchung des Kiel Instituts für Weltwirtschaft sind von den rund 100 Milliarden Euro etwa 41,7 Milliarden als tatsächliche bilaterale Hilfe für die Ukraine einzuordnen.
Rund 35,9 Milliarden Euro wurden in Deutschland ausgegeben, überwiegend für ukrainische Geflüchtete.
Weitere 22 Milliarden Euro betreffen künftige militärische Zusagen.
Die Behauptung, über 100 Milliarden Euro seien bereits unkontrolliert in die Ukraine geflossen, ist deshalb irreführend.
Natürlich müssen auch milliardenschwere staatliche Hilfsprogramme überprüfbar sein. Die Frage nach Transparenz und dem verantwortungsvollen Umgang mit Steuergeld ist berechtigt.
Die Bonpflicht wiederum soll verhindern, dass Einnahmen an der Steuer vorbei verbucht werden. Kunden müssen den Beleg nicht annehmen.
Trotzdem bleibt eine politische Grundsatzfrage:
Hat Deutschland bei kleinen Unternehmen zu viele Vorschriften, während bei großen Staatsausgaben mehr Transparenz nötig wäre?
Oder werden hier zwei völlig unterschiedliche Sachverhalte miteinander verglichen?
Was meint ihr? Hat Gerhard Papke mit seiner Kritik einen Punkt getroffen oder ist sein Vergleich irreführend?
Quellen: Bundesregierung, Stand 30.06.2026; Kiel Institut, 08.10.2026; Bundesfinanzministerium.
Bild: KI-Symbolbild.