Ein ungewöhnlicher Ratschlag der Polizei Bremen sorgt für heftige Kritik.
In Selbstbehauptungsseminaren für Frauen wird unter anderem die Möglichkeit genannt, bei einem drohenden sexuellen Übergriff absichtlich zu erbrechen.
Die Idee dahinter: Der Täter könnte sich ekeln und deshalb von seinem Opfer ablassen.
Polizeisprecherin Franka Haedke erklärte gegenüber der Kreiszeitung:
„Auch das Sich-Erbrechen kann eine wirksame Möglichkeit sein, ein Sexualdelikt abzuwehren.“
Doch genau dieser Hinweis löste eine kontroverse Diskussion aus.
Die Frauenrechtsorganisation Terre des Femmes kritisiert den Vorschlag scharf. Betroffene könnten bei einem sexuellen Übergriff unter Schock stehen oder vor Angst erstarren. In solchen Situationen sei es häufig gar nicht möglich, den eigenen Körper bewusst zu steuern.
Auch Fachleute bezweifeln, dass absichtliches Erbrechen einen Täter zuverlässig abschrecken kann. Wissenschaftlich belegt ist die Wirksamkeit nicht.
Nach der Kritik erklärte die Polizei Bremen, dass Erbrechen ausdrücklich keine allgemeine Empfehlung sei.
Es handele sich lediglich um eine von mehreren denkbaren Reaktionen in einer extremen Bedrohungssituation. Welche Handlung tatsächlich helfen könne, lasse sich nicht vorhersagen.
Die Polizei betont außerdem, dass niemand verpflichtet sei, sich auf eine bestimmte Weise zu verhalten.
Die Verantwortung für einen sexuellen Übergriff liege ausschließlich beim Täter.
Trotz dieser Klarstellung bleibt eine Frage:
Wie sinnvoll ist es, Frauen einen derart ungewöhnlichen Abwehrtipp zu vermitteln, wenn seine Wirksamkeit nicht nachgewiesen ist?
Was meint ihr? Ist das ein nachvollziehbarer Versuch, Frauen zusätzliche Handlungsmöglichkeiten zu zeigen, oder ein völlig realitätsferner Polizeiratschlag?
Quellen: Kreiszeitung, 26.10.2026; BILD, 25.10.2026; RTL, 13.10.2026.
Bild: KI-Symbolbild.